Schultheater des BORG Egg – „Frühlingserwachen“

Freitag, 18. März, 20:15 Uhr im Wäldersaal Lingenau
Das Schultheater des BORG Egg bring auf seiner Theatertournee durch den Bregenzerwald das Stück „Frühlingserwachen“ von Frank Wedekind zur Aufführung. 
Weitere Aufführungstermine: 
Freitag, 11. März, 20:15 Uhr in der Aula des Gymnasiums, Egg
Sonntag, 13. März, 20:15 Uhr im Gebhard -Wölfle-Saal, Bizau
Sonntag, 20. März, 20:15 Uhr im Hermann-Gmeiner-Saal, Alberschwende

Zum Schultheater am Gymnasium Egg: Seit nunmehr dreißig Jahren gibt es eine Schultheatergruppe am Bregenzerwälder Gymnasium. Heuer haben sich 40 SchülerInnen – aus fast allen Klassen – zur unverbindlichen Übung „Darstellendes Spiel – Schultheater“ zusammengefunden. Wir inszenieren dieses Jahr „Frühlingserwachen“, den dramatischen Erstling des deutschen Autors Frank Wedekind, der zum Skandal wurde und lange Zeit nicht aufgeführt werden durfte. In vielmonatiger, sehr intensiver Probenarbeit wurde das jugendgemäße Stück gelesen, analysiert, interpretiert und schließlich theatralisch aufbereitet. Die Probenarbeit findet – wie jedes Jahr – ihren krönenden Abschluss mit der Theatertournee durch den Bregenzerwald 2016.

Zum Stück:
Zur Geschichte: Mit seinem Erstlingswerk (1890/91) begründete Frank Wedekind seinen Ruhm als Bühnenautor. Allerdings durfte das Stück lange Jahre nicht aufgeführt werden. Erst nachdem sich seit der Jahrhundertwende das gesellschaftliche Klima änderte, als Gymnasiasten sich im „Wandervogel“ zu einer jugendlichen Protestbewegung formierten und Reformpädagogen über eine Änderung des Schulsystems nachdachten, konnte Frühlings Erwachen endlich im November 1906 an den Berliner Kammerspielen von Max Reinhardt uraufgeführt werden. Seitdem trat das Stück seinen Siegeszug auf den Bühnen an, und auch heute wird es noch oft gespielt. Denn die Probleme der Pubertät sind ein zeitloses Thema, mögen sie heute auch auf andere Weise bedrängend erscheinen als vor 100 Jahren.
Zum Inhalt des Stücks: Frank Wedekind hat sein Stück eine „Kindertragödie“ genannt. Der Gymnasiast Moritz Stiefel bringt sich um, weil er schulisch versagt hat; die 14-jährige Wendla Bergmann stirbt an den Folgen eines Schwangerschaftsabbruchs, den ihre Mutter für sie arrangiert hat. Auch Melchior Gabor, Moritz‘ Freund, den seine Eltern in eine „Besserungsanstalt“ gesteckt haben, spielt in der Schlussszene mit dem Gedanken, sich das Leben zu nehmen, wird aber von einem „vermummten Herrn“ davon abgehalten.
Zur Interpretation: Für Wedekind sind die Erwachsenen, die auf die Pubertätsnöte der Heranwaschsenden völlig verständnislos reagieren, schuld an den Tragödien. Alles, was mit Sexualität zu tun hat, wird mit einem Tabu belegt. Ebenso scharf klagt Wedekind aber die Schule seiner Zeit an. Sie wird als eine Dressuranstalt beschrieben, in der die Schüler mit lebensfernem Wissensstoff traktiert und die schwächeren unter ihnen ständig überfordert werden.