Fehlbildungen in Lingenau und Langenegg – Stellungnahme

In den letzten Wochen war aus diversen Medien zu erfahren, dass derzeit in Lingenau und Langenegg Untersuchungen in Bezug auf die gehäufte Anzahl von Fehlbildungen bei Neugeborenen erfolgen. Unter der Leitung von Dr. Wolfgang Grabher von der Abt. Sanitätsangelegenheiten der Vorarlberger Landesregierung wurden in Zusammenarbeit mit AKS und LKH Feldkirch verschiedene Untersuchungen gestartet, die zeigen sollen, ob es sich um eine signifikante oder zufällige Häufung handelt und ob bzw. welche Ursachen vorliegen. So wurden zB die Gemeindewasserversorgung sowie div. private Quellen zusätzlich zu den jährlich erfolgenden Untersuchungen einer umfangreichen Wasseranalyse unterzogen. Die Ergebnisse der Untersuchungen liegen mittlerweile vor.

Untersuchungen zur Trinkwasserqualität in den Gemeinden Lingenau und Langenegg

Die Gemeindewasserversorgung von Lingenau wird seit Jahrzehnten nach den Bestimmungen der Trinkwasserverordnung jährlich vom Umweltinstitut des Landes kontrolliert. Über diese Versorgung bezieht auch die Gemeinde Langenegg ihr Trinkwasser. Die hygienischen und chemischen Untersuchungen erbrachten bisher ausnahmslos einwandfreie Ergebnisse.
Die jährlichen Routineuntersuchungen umfassen Indikatorbakterien wie Escherichia coli, Enterokokken oder Pseudomonaden und chemische Grundparameter wie Nitrat oder Chlorid. Ergänzend zu diesen Erhebungen wurden in den Jahren 2011 und 2012 im Rahmen einer gesetzlichen Volluntersuchung Analysen zu Schwermetallen, halogenierten Kohlenwasserstoffen und Pestiziden durchgeführt.
Im Jahr 2015 wurde anlässlich einer Sonderuntersuchung der Analysenumfang weit über den gesetzlichen Rahmen hinaus auf rund fünfhundert chemische Elemente und Verbindungen aus sämtlichen umwelt- und gesundheitsrelevanten Substanzgruppen ausgeweitet. Allein aus der Gruppe der Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel wurden ca. 300 Wirkstoffe analysiert. Des Weiteren wurden Schwermetalle, Antibiotika und sonstige Medikamente, verschiedenste umweltgefährdende Kohlenwasserstoffverbindungen und radioaktive Substanzen untersucht. Es handelte sich hierbei um die bisher umfassendste Trinkwasseruntersuchung in Vorarlberg.
Die Messwerte der Routineuntersuchungen, der Volluntersuchungen und vor allem auch der Sonderuntersuchung im Jahr 2015 belegen eine sehr stabile und einwandfreie Qualität der Trinkwasserversorgung der Gemeinden Lingenau und Langenegg. So konnten bei den umfassenden Laboruntersuchungen im Jahr 2015 keinerlei Spuren von Pflanzenschutzmitteln, Antibiotika und gefährlichen Umweltgiften wie HCB oder polyzyklische Kohlenwasserstoffe nachgewiesen werden. Auch die Radioaktivität des Trinkwassers ist sehr gering. Sämtliche Richt- und Grenzwerte für die hygienische und chemische Beschaffenheit des Trinkwassers wurden eingehalten. Bei jenen Substanzen, für die keine gesetzlichen Vorgaben bestehen, lagen die Werte ausnahmslos im Bereich der üblichen bzw. ubiquitären Hintergrundkonzentrationen.
Die Routinekontrollen werden weiterhin jährlich durchgeführt, in bestimmten Abständen werden auch wieder erweiterte Untersuchungen bzw. gesetzliche Volluntersuchungen stattfinden. So ist die Überwachung der Trinkwasserqualität der Gemeinden Lingenau und Langenegg auf Dauer sichergestellt.

Mag. Dietmar Buhmann
Direktor
Institut für Umwelt und Lebensmittelsicherheit des Landes Vorarlberg

Statement zum gehäuften Auftreten von Fehlbildungen in Lingenau und Langenegg vom 25.07.2016

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit können lokale Ursachen (zum Beispiel Gifte im weitesten Sinne, Strahlen und Viren) als Ursache für das gehäufte Auftreten von Arm- und anderen Fehlbildungen in Lingenau und Langenegg ausgeschlossen werden.

Dr. Hans Concin
AKS

Bei Fragen zu diesem Thema stehen gerne zur Verfügung:
Wolfgang Grabher1Dr. Wolfgang Grabher, Abt. Sanitätsangelegenheiten der Vorarlberger Landesregierung, Tel +43 5574 511 24410, E-Mail: wolfgang.grabher@vorarlberg.at

 

 

 

Dietmar BuhmannMag. Dietmar Buhmann, Institut für Umwelt und Lebensmittelsicherheit des Landes Vorarlberg, Tel. +43 5574 511 42010, E-Mail: dietmar.buhmann@vorarlberg.at

 

 

 

Hans Concin

Dr. Hans Concin, AKS, Tel. +43 55 74 / 202 – 0, E-Mail: Hans.Concin@aks.or.at