Information aus dem Bauausschuss

Aufgrund aktueller Fälle sieht sich der Bauausschuss veranlasst, im Hinblick auf Stützmauern die Bevölkerung zu informieren. Aufgabe der Baubehörde ist nach § 17 des Baugesetzes der Schutz des Orts- und Landschaftsbildes. Diese Beurteilung obliegt in der Gemeinde Lingenau dem Bauausschuss gemeinsam mit dem Gestaltungsbeirat und ist eine Bewilligungsvoraussetzung für ein Bauvorhaben.
Bauen ist nicht nur Privatsache. Bauen ist ein öffentlicher Beitrag zum gemeinsam erschaffenen Ortsbild. Jedes Bauvorhaben kann sein Umfeld positiv wie auch negativ beeinflussen.

Neben der Gestaltung der Gebäude sind auch der Umgang mit der Topographie und die Gestaltung des Außenraumes von entscheidender Bedeutung. Eine besondere Herausforderung stellt das „Bauen im Hang“ dar.

Ein landschaftsgerechter Entwurf eines Gebäudes zeichnet sich dadurch aus, dass möglichst geringe Geländeveränderungen, Stützmauern udgl. erforderlich sind.

Aus diesem Grunde wurde im für die Gemeinde Lingenau geltenden Gesamtbebauungsplan unter Punkt 5. Folgendes verordnet:

  1. Geländeveränderungen
    Das natürliche Gelände darf durch Auffüllungen oder Abgrabungen im Interesse des Orts- und Landschaftsbildes nicht wesentlich verändert werden….Die Geländeoberfläche muss dem Niveau der anstehenden Verkehrsflächen und der angrenzenden Grundstücksfläche natürlich angeglichen werden.
  2. Stützmauern
    Stützmauern sind gemäß § 19 lit e des Baugesetzes anzeigepflichtig, wenn sie keiner Abstandsnachsicht bedürfen, ansonsten sind sie nach § 18 Abs 1 lit f des Baugesetzes bewilligungspflichtig.
    G
    rundsätzlich sind Drahtgitterkörbe (Gambionen) oder massive Mauern aus Flussbausteinen nicht erwünscht.

Wie wird eine Stützmauer definiert?
Eine Stützmauer ist primär durch ihre Stützfunktion bestimmt und gilt einschließlich allfälliger Absturzsicherungen nicht als Einfriedung*. Stützmauern dienen zur Erhöhung und Absenkung der Geländeoberfläche des gesamten Grundstückes oder Teile desselben und stehen mit der Anschüttung oder Abgrabung des Geländes in funktionaler Verbindung.

*Eine Einfriedung ist primär durch ihre Funktion bestimmt: Sie dient der Abgrenzung eines Grundstücks oder Grundstücksteils, insbesondere auch der Absicherung gegen das Betreten, um eine ungestörte Nutzung des Grundstücks zu gewährleisten (zB Zäune…).

Vorgehensweise:
Für die Errichtung einer Stützmauer ist bei der Gemeinde um die Erteilung der Bewilligung nach dem Baugesetz unter Anschluss von Plan- und Beschreibungsunterlagen (3-fach) anzusuchen bzw eine Anzeige einzubringen. In weiterer Folge wird das Vorhaben im Bauausschuss beurteilt.

Folgende Kriterien werden für eine Beurteilung definiert:

  • Beeinträchtigung des Orts- und Landschaftsbildes
  • Einsichtigkeit / Auffälligkeit / ortsräumliche Lage des Bauvorhabens
  • Höhe, Ausdehnung und Angemessenheit
  • Art und Weise der Ausführung, Materialisierung der Mauer
  • Notwendigkeit (für Hangsicherung, Zufahrten)

Bei Fragen steht das Bauamt jederzeit gerne zur Verfügung.
Für den Bauausschuss:
Annette Sohler              Anton Schwärzler
Joachim Fink                 David Hagspiel
Emanuel Hagspiel         Engelbert Beck
Martin Eugster              Bernhard Nenning
Laurin Zündel               Sandra Singer
Joachim Singer             DI Walter Felder, Gestaltungsbeirat

Gesamtbebauungsplan
baugesetz-17
baugesetz-18
baugesetz-19