Entwurf zum Gefahrenzonenplan der Gemeinde Lingenau – öffentliche Auflage

Einen Gefahrenzonenplan gibt es für die Gemeinde Lingenau schon seit dem Jahr 2003 – nun wurde er überarbeitet.
Der vom Forsttechnischen Dienst für Wildbach- und Lawinenverbauung, Gebietsbauleitung Bregenz übermittelte Entwurf der Revision 2016 des Gefahrenzonenplanes für das Gemeindegebiet von Lingenau wird gemäß Forstgesetz 1975 § 11 (3) durch vier Wochen (Mittwoch, 15.09.2021 bis Dienstag 12.10.2021) im Gemeindeamt zur öffentlichen Einsichtnahme während der Amtsstunden (Mo – Do: 8:00 – 12:00 Uhr und 14:00 – 17:00 Uhr, Fr: 8:00 – 12:00 Uhr) aufgelegt.
Gemäß Forstgesetz 1975 § 11 (4) ist jedermann, der ein berechtigtes Interesse glaubhaft machen kann, berechtigt, innerhalb der Auflagefrist zum Entwurf des Gefahrenzonenplanes schriftlich Stellung zu nehmen.
Darüber hinaus wird bei Bedarf für betroffene Grundstückseigentümer und Interessierte am Dienstag, 28.09.2021, von 15:00 bis 19:00 Uhr im Gemeindeamt Lingenau ein Sprechtag abgehalten, an dem ein Vertreter des Forsttechnischen Dienstes für Wildbach- und Lawinenverbauung für Fragen zum Gefahrenzonenplanentwurf anwesend sein wird.
Eine Anmeldung und Terminvereinbarung zum Sprechtag beim Gemeindeamt Lingenau ist erforderlich! (Telefon 05513/6464-12, E-Mail: gemeinde@lingenau.at)

Kundmachung zum Entwurf des Gefahrenzonenplanes – öffentliche Auflage

Der Gefahrenzonenplan ist ein forstlicher Raumplan gemäß Forstgesetz 1975. Er ist ein flächendeckendes Gutachten mit Prognosecharakter über die Gefährdung durch Wildbäche, Lawinen und allenfalls Erosion (Massenbewegungen wie Steinschlag, Rutschung, Felssturz, etc.). Damit bildet er eine Basis für die Planung von Schutzmaßnahmen und unterstützt die Baubehörde, die örtliche und überörtliche Raumplanung und das Sicherheitswesen.

Mit diesem Gefahrenzonenplan werden Flächen im Siedlungsbereich (dem sogenannten “Raumrelevanten Bereich”) im Bedarfsfall als Gelbe oder Rote Zone ausgewiesen. Was bedeutet das?

Flächenwidmung in hochwassergefährdeten Gebieten
Bauen oder nicht bauen

Die Ausweisung des Gefährdungspotenzials hat vor allem Auswirkungen auf den Flächenwidmungsplan der Gemeinden und damit auf eine mögliche Bebauung in den verschiedenen Zonen. Aus dem Gefahrenzonenplan ist leicht abzulesen, wo das Bauen unmöglich bzw. unter welchen Voraussetzungen es möglich ist.

Rote Zone:
Bauverbotszone

  • Umwidmungsverbot
  • Bauverbotszone, da eine Gefährdung für Menschen und Bauwerke nicht verhindert werden kann.

Die Rote Zone stellt in erster Linie den Bachlauf dar. Hier liegt ein hohes Gefährdungspotential im Katastrophenfall vor. Daher sind sie für die Errichtung von Objekten, die dem Aufenthalt von Menschen oder Tieren dienen, nicht geeignet.

Gelbe Zone:
Gebots- und Vorsorgezone

  • Neue Baulandwidmungen sind nur dann möglich, wenn vor der tatsächlichen Bebauung Schutzmaßnahmen getroffen werden.
  • Bei einer Bebauung bereits gewidmeter Flächen dürfen bis zu einem HQ 100 (100-jährliches Hochwasserereignis) weder Schäden am Bauwerk selbst noch Schäden am Nachbargrundstück auftreten. Das gilt auch für die Bauphase.

Die Gelbe Zone umfasst alle übrigen durch Wildbäche oder Lawinen gefährdeten Flächen, deren ständige Benützung für Siedlungs- oder Verkehrszwecke infolge dieser Gefährdung beeinträchtigt ist. Innerhalb dieser Zone kann das Ausmaß der Beeinträchtigung nach Lage der jeweiligen Örtlichkeit und der naturräumlichen Gegebenheiten deutlich variieren. Die Beschädigung von Objekten ist möglich, jedoch sind Gebäudezerstörungen nicht zu erwarten, wenn bestimmte Auflagen erfüllt werden. Gefahr für Personen ist in derart gesicherten Gebäuden unwahrscheinlich, außerhalb der Gebäude aber in unterschiedlichem Ausmaß gegeben. Sollte Ihr Grundstück in einer gelben Zone liegen, muss bei einem Bauvorhaben (Neu- und Umbau) ein Gutachten durch die Wildbach- und Lawinenverbauung erstellt werden.