Ausstellung: „Vorarlberg und der 1. Weltkrieg – Ein Blick in die Gemeinden“

Ausstellung der Vorarlberger Kommunalarchive
Ort: Bregenzerwald Archiv, Loco 8, 6863 Egg
Öffnungszeiten:
Sa, 11. April 2015:  15:00-17:00
So, 12. April 2015: 10:00-12:30
Mo, 13. April 2015: 09:00-16:00
Mo, 20. April 2015: 09:00-16:00
In der Zeit vom 10. April bis zum 23. April ist nach Vorabsprache jederzeit ein Führung möglich.

Im Rahmen einer Führung präsentiert das Archiv über die Inhalte der Ausstellung hinausgehend Bestände aus dieser Zeit.

Der Arbeitskreis der Vorarlberger Kommunalarchive thematisiert in dieser Ausstellung die Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf die Vorarlberger Gemeinden und deren Bewohner/innen. Dabei nehmen sich die teilnehmenden Archivar/innen einer Vielzahl von Themen an und präsentieren dabei einen interessanten Querschnitt durch die Kriegsjahre. Anhand ausgesuchter Archivalien aus den Kommunalarchiven Bildstein, Bludenz, Bregenzerwald, Dornbirn, Feldkirch, Frastanz, Hard, Hörbranz, Klostertal, Lech, Lustenau, Montafon, Nenzing, Rankweil sowie aus dem Vorarlberger Wirtschaftsarchiv werden den Besucher/innen verschiedene Aspekte der damaligen Lebenswelten vermittelt.

 

Dass sich mit Kriegsbeginn die Zivil- in eine Kriegsgesellschaft wandelte, zeigt sich in den öffentlichen Kundmachungen in der damaligen Vorarlberger Presse, vor allem aber in den jeweiligen Gemeindeblättern. Der Staat griff fortan massiv in das Privatleben der Bürger ein, so etwa, um nur ein Beispiel zu nennen, bei der Kontrolle der verordneten fleischlosen Tage. Ebenso wurde von staatlicher Seite her, u. a. mittels Presse- und Feldpostzensur sowie mit verordneten Siegesfeiern, versucht, die Begeisterung für den Krieg in der Bevölkerung zu schüren. Der Erste Weltkrieg beendete in Vorarlberg eine Zeit des starken wirtschaftlichen Aufschwungs und den damit erfolgten „Aufbruch in die Moderne“. Er brachte eine hohe Inflation mit sich und aufgrund der bei Kriegsende wertlos gewordenen Kriegsanleihen wurden große Vermögenswerte vernichtet. Für die Frauen an der „Heimatfront“ führte der Erste Weltkrieg auch in Vorarlberg durch das Fehlen der Männer vielfach zu Mehrfachbelastungen, da sie nun neben der Hausarbeit oftmals auch die Geschäfte zu führen hatten, nun allein für die Erziehung der Kinder verantwortlich waren und auch in der Landwirtschaft „ihren Mann zu stehen“ hatten. Die Zwangsabgaben von kriegswichtigen Metallgegenständen für die Rüstungsproduktion sowie die Rationierung der Lebensmittel kamen dabei noch erschwerend hinzu. Auch in Vorarlberg starben viele Zivilpersonen an Infektionskrankheiten, wie etwa der Tuberkulose und der Spanischen Grippe, da sie aufgrund der vorherrschenden Mangelernährung anfälliger für derartige Krankheiten waren. Und nicht zuletzt forderte dieser erstmals in Europa industriell geführte Krieg in Vorarlberg mit ca. 5.000 gefallenen Soldaten einen hohen Blutzoll.